Gegen die Verzagtheit

The Favourite” Is Not Your Average Period Drama

„The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ Mit diesem außergewöhnlichen Film startete der Kulturkreis Hösel in einer Matinéevorstellung die Zusammenarbeit mit dem Ratinger Studiokino, beginnend mit einem Stehempfang und Small Talk unter den Interessenten, die voller Erwartungen kamen.

Worum geht es? Kulturkreis und Studio Kino haben dieses Format einer Matinée verabredet, um den Mitgliedern und einer breiteren Öffentlichkeit die Kunstform Kino, seine Qualitäten und künstlerischen Ausdruckformen, zugänglich und darauf Appetit zu machen, neben den vielen anderen Formaten, die der Kulturkreis das Jahr über inzwischen anbietet. Kinofilme waren bisher nicht im Portefolio.

Das restaurierte Kino mit seinen bequemen Sitzreihen und seiner hervorragenden Bild- und Ton-Technik eignet sich sehr gut dafür. Beiratsmitglied und Filme- und Theatermacher Michael Schäfer hatte die Idee, ausgesuchte Auslesefilme den Mitgliedern zu präsentieren, und so vermittelte er den Kontakt zur  Führungsmannschaft des Studiokinos. Schäfer führte das Publikum vorab sehr informativ und differenziert in den von ihm ausgesuchten Film Favourite, seine Hintergründe und das Oeuvre seines Regisseurs ein.

Ein außergewöhnlicher Film? In der Tat. Denn der vielfach ausgezeichnete Film mit Oscar Nominierung des bekannten griechischen Regisseurs Giorgos Lanthimos präsentiert das psychologisch scharfkantig und präzise gezeichnete Ränke- und Intrigenspiel von zwei starken Frauen – die eine aus dem Hochadel, die andere aus dem selbstverschuldet verarmten Adel – um Macht und Einfluss im Umfeld der Queen Anne von England, die letzte Königin aus dem Hause Stuart. Eine zweifellos politisch schwache und emotional labile Persönlichkeit, die als Spielball der Hofdamen um ihre Würde „kämpft“. Die Charaktere aller Akteure werden in teils satirischen und teils lustigen sowie lustvollen und derben, mit eindrucksvollen musikalischen Einlagen garnierten Szenen sehr gut profiliert. Das sind schauspielerische und dramaturgische Meisterleistungen. Der englische Königshof, in der Zeit der Erbfolgekriege, im frühen 18. Jahrhundert ist
von Intrigen, Neid und Verrat geprägt. Der Zuschauer fragt sich, ob solche – zum Teil bewusst überzeichneten – Situationen, die von Machtstreben, Ehrgeiz, sexuellen Spielen und Überfluss, ja auch von Überdruss gespeist werden, nur historisch sind, kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass in gewissen Kreisen weltweit, in allen Gesellschaften, egal ob Monarchie, Diktatur oder Demokratie, auch heute die Bilder ganz ähnlich sind und sich gleichen. Menschliche Abgründe haben immer Konjunktur und Möglichkeiten sich auszuleben. Warum dann dieser Historienfilm? Der distanzierte Blick auf scheinbar Vergangenes ist neutraler und objektiver möglich.


Der Kulturkreis wird die Kooperation mit dem Studiokino fortsetzen. Der nächste Termin ist bereits verabredet: 18. August, 11 Uhr, dieses Mal nicht am Samstag, sondern als Sonntagsmatinée.

Wolfram Brecht

Jugendkulturtag am 15. Juni 2024 in Hösel

dank zweier Großspenden der Alice und Hans-Joachim Thormählen Stiftung  und der Sparkasse HRV konnte der Kulturkreis Hösel den ersten Jugendkulturtag in Ratingen zusammen mit Living Room Ratingen ausrichten. Die Grundidee von Stiftung und Organisatoren war es, die Kreativität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahren zu wecken und zu fördern. Die jungen Leute konnten sich in sechs verschiedenen Workshops (Impro Theater, Musical, Acrylmalen, Street-Art/Graffiti, Hiphop  und Dirt Park) ausprobieren und sich in der Abendveranstaltung präsentieren.

Der Workshop“ Street-Art/Graffiti“ war bereits nach  wenigen Tagen ausgebucht und, obwohl ein zweiter Workshop eingerichtet wurde, konnten von den 60 Anmeldungen nur 30 berücksichtigt werden.

Der Workshop “Dirt Park“ (Kunststücke auf dem Bike über Rampen und Täler) war ebenfalls ausgebucht. Für die übrigen vier Workshops hatten sich  fünf bis zehn Teilnehmer angemeldet.

Die Workshops „Poetry Slam“ und „Songwriting“ konnten mangels Teilnehmer nicht stattfinden.

Es herrschte ein buntes Treiben am Nachmittag des Jugendkulturtags in Hösel, wo die Workshops   im JUZ, in der Wilhelm-Busch-Schule, im evangelischen Gemeindehaus und am Fängerskamp (dirt park) von erfahrenen Leitern und mit begeisterten Jugendlichen durchgeführt wurden. In den beiden Workshops“ Street- Art/Graffiti“ konnte man auch  Kinder ab acht Jahren sprühen sehen.

In der Abendveranstaltung im evangelischen Gemeindehaus konnten die verschiedenen Workshops ihre Ergebnisse präsentieren. Die Moderatorin des Abends Nele Ross verstand es, durch ihre natürliche Art den jungen Künstlern und Künstlerinnen das Lampenfieber zu nehmen und zwischen den schon ausgereiften Präsentationen die Jugend zu Wort kommen zu lassen. Dazwischen fanden zwei tiefgründige Poetry Vorträge von Lisa Holtmann und Tassilo Marx  sowie  coole Songs von Alexander Seidl an der Gitarre großen Anklang.

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Die Zuschauer, darunter viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft, zollten den kleinen  und größeren Künstlern und Künstlerinnen, die noch vom Kulturkreis eine  „Gage“ von 20 € bekamen, stehend Beifall.

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Der Schirmherr des ersten Jugendkulturtags in Ratingen, der Erste Beigeordnete und Kulturdezernent Patrick Anders, kann sich vorstellen, dass der Jugendkulturtag zu einer Dauereinrichtung der Stadt Ratingen wird. Daher bat er die Organisatoren Edzard Traumann (KKH) und Louis Steininger (Living Room), ihre Erfahrungen vom ersten Ratinger Jugendkulturtag weiterzugeben.

Der Jugendkulturtag war auch ein Erfolg des KKH, der seine Philosophie von der Kultur für alle Generationen bestätigt sah. Das kam  auch in der  positiven Berichterstattung in der Rheinischen Post zum Ausdruck.

https://rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/ratingen-kreativitaet-entdecken-beim-jugendkulturtag_aid-114249691

Über das Lob des Ersten Beigeordneten Patrick Anders hat sich der Kulturkreis Hösel sehr gefreut:

Vielen Dank für den Nachbericht, der ebenso gut gelungen ist, wie es der Jugendkulturtag in Hösel selbst war. Die Vorträge waren inspirierend und zudem ein schöner Ausweis der Kreativität und Begeisterungsfähigkeit, die die jungen Künstlerinnen und Künstler in und mit sich tragen.“

Bilder Alexander Kersten



„Offene Gartenpforte 08. Juni 2024“

Offene Gartenpforte beim Kulturkreis Hösel: Am vergangenen Samstag öffnete die Familie Geiß in Hösel für Mitglieder und Freunde des Kulturkreis Hösel e.V. die Pforte zu ihrem naturnahen Garten mit zahllosen üppig blühenden Rosen. Ein großer und gut platzierter Artikel in der Rheinischen Post am Freitag davor hatte eine hervorragende Resonanz ausgelöst. Bei herrlichem Frühsommerwetter mit strahlendem Sonnenschein kamen weit über 100 interessierte Gartenfreunde und äußerten sich begeistert über die Blütenpracht. Zahlreiche Gäste saßen anschließend noch bei Kaffee und Kuchen oder einem erfrischenden Quittensaft aus eigenen Früchten auf der Terrasse und diskutierten über Gartengestaltung im Klimawandel. Nicht unerwartet nach dem nassen Frühjahr wurden auch erfolgreiche und weniger erfolgreiche Strategien zur Schneckenjagd ausgetauscht. Viele Gäste kündigten schon ihren erneuten Besuch für den 13. Juli an, zu dem dann blühende Stauden im Vordergrund stehen werden.  Anmeldung werden erbeten hier: https://kulturkreis-hoesel.de/event/offene-gartenbluete-rosenbluete-in-hoesel-2/

Die Führung „Beuys in Düsseldorf“ am 04. Juni 2024

Gruppenbild (Copyright: Guido Bollue)

Bericht über die Führung „Beuys in Düsseldorf“ am 04. Juni 2024   Der Kulturkreis hatte gerade erst zu dieser Führung eingeladen und im Nu war die für eine effektive Führung gewünschte Teilnehmerzahl zusammen, in der Hauptsache Mitglieder, aber auch Nichtmitglieder als Gäste. Unter sachkundiger Führung von Anja Kühner suchten die Teilnehmer viele Wirkorte von Beuys in Düsseldorf auf, mit Hintergrundinformationen über sein Denken, seine Philosophie und seine Persönlichkeit. Der Weltkünstler führte ein öffentliches Leben in der Stadt, seine Wege und Orte sind gut dokumentiert. Kein anderer Professor trat so medienwirksam auf wie er. Ein zentraler Satz von Beuys war und bleibt „Jeder Mensch ist ein Künstler“. Der denkende Mensch habe das Potenzial zum Schöpferischen; ein Mensch, der Gedanken hat, sei kreativ. Ein revolutionärer Kunstbegriff, den seine Studenten emphatisch bejahen. Beuys hatte unzählige Studenten, die ihn verehrten. Wie und wann genau die (scherzhafte) Frage „Ist das Kunst oder kann das weg? “ entstanden ist, ist nicht bekannt. Meist wird aber die unabsichtliche Zerstörung zweier Kunstwerke des Künstlers Joseph Beuys (1921 – 1986) als Ursprung genannt. In Beuys‘ Weltbild haben Natur und Umwelt stets eine große Rolle gespielt. Deswegen wirkte er aktiv bei der Partei der Grünen Partei mit.

Die Führung startete am Denkmal von Johannes Rau, dem früheren Wissenschaftsminister und späteren Ministerpräsidenten von NRW, das auf dem Johannes Rau-Platz steht. Warum? Rau setzte sich – erfolgreich – für Beuys als Leiter der staatlichen Kunstakademie ein.  Die Führung ging weiter zu der Beuys-Eiche mit Stele. Das ökologische Projekt von Beuys umfasst 7000 Eichen mit 7000 Basaltstelen. Eine Eiche mit Stein pflanzten Beuys und der kunstsinnige Wirtschaftschaftsminister Reimut Jochimsen 1983 gemeinsam auf dem Horionplatz.

Viele weitere Orte im Zusammenhang mit dem Künstler wurden aufgesucht, wie z.B. den Rhein – wegen der berühmten Rheinquerung von Anatol (seine Wirkungsstätte war die Insel Hombroich) und Beuys mit dem Einbaum – , die Künstlerkneipe Creamcheese, zum Ofenrohr an der Kunsthalle sowie zur weltberühmten Kunstakademie mit der Gestaltung von Ewald Mataré, dem Lehrer von Beuys. Anja Kühner empfahl abschließend das kleine Büchlein Mit Beuys durch Düsseldorf von Dietmar Schönhoff im Droste Verlag, als Nachlese. 


Die Führung vermittelte viel Neues zur Person und zum Einfluss von Beuys auf die Kunstszene. Wer in Düsseldorf unterwegs ist, wandelt automatisch auf den vielfältigen Spuren von Joseph Beuys. Die Führung endete mit einem gemeinsamen Mittagessen im Pitti, bei dem viel über das Gesehene und über persönliche Dinge gesprochen wurde, und mit der Erkenntnis, dass man danach seine Haltung zu Beuys angesichts seines Menschenbildes, seiner Werke und seiner internationalen Wirkung prüfen und eventuell sogar positiv korrigieren bzw. seine bisherige eher ablehnende Einstellung zu ihm schärfen und genauer verteidigen muss.

Wolfram Brecht

Mesdames Musicales – „Mut“

Mesdames Musicales zum Thema „Mut“      „Drei echte Powerfrauen“ war der Tenor des Publikums zu dem mitreißenden Konzert von „Mesdames Musicales“, das – vom Kulturkreis Hösel organisiert –  im Oktogon des Hauses Oberschlesien, Hösel stattfand. Mit viel Esprit und Virtuosität präsentierten die drei studierten Musikerinnen, Jana Maria Gropp (Sopran), Pauline Gropp (Klavier und Gesang) und Sarah Bergé (Violine) ein musikalisches Crossover aus Klassik, Musical, Filmmelodien und Chanson. Viel Applaus nach jedem Stück und am Ende Standing Ovations gab es für die Interpretation der unterschiedlichen Kompositionen, die von Georg Friedrich Händels „Piangerò la sorte mia“ aus der Oper „Giulio Cesare“ über das bekannte Stück „Csárdás“ von Vittorio Monti und Astor Piazzollas „Libertango“ bis zum Lied „Mein Sinn für Stil“ aus dem Musical Aida, vertont von Elton John, reichten. Sehr bewegend war auch die Eigenkomposition „Nr. 1“ von Pauline Gropp zum Thema Schwesterliebe. Alle Stücke des Abends folgten einer in sich stimmigen und unterhaltenden Choreografie und Story Line zu den Facetten Themas „Mut“. In sehr vielen Worten der deutschen Sprache tauchen die drei Buchstaben auf. Die drei Musikerinnen zeigten mit klaren Stimmen, einem makellosen Geigenspiel, einer präzisen Klavierbegleitung und einer extrem starken Bühnenpräsenz eine hochprofessionelle Leistung. Umso erstaunter ist man, wenn man weiß, dass die drei Musikerinnen als approbierte Ärztinnen arbeiten – echte Powerfrauen eben!

Mitgliederversammlung am 21. März 2024

Unter guter Beteiligung vieler Mitglieder fand die ordentliche Mitgliederversammlung traditionell im Oktogon statt. Das Interesse war wohl auch deswegen recht groß, weil einige wesentliche Entscheidungen anstanden. Ergebnisse:

  • Der Vorsitzende Wolfram Brecht gab folgenden Bericht über die Lage des Kulturkreises:

„Sehr geehrte Damen und Herren, das Jahr 2023 stand ganz im Zeichen der Bewältigung und Überwindung der herausfordernden Coronazeit. Das ist uns unserer Meinung nach hervorragend gelungen. Die Marke Kulturkreis Hösel ist in der Region gefestigter und bekannter denn je. Diese Aussage möchte ich an verschiedenen Faktoren festmachen und begründen. Wir pflegen einen engen Medienkontakt. Hervorheben möchte ich deshalb zunächst, dass die Medien, zuallererst die RP, aber auch die Magazine VorOrt für Hösel/Eggerscheidt und Lintorf und das OnlineMagazin lintofer.eu dabei eine wichtige Rolle spielen, weil sie sich sehr loyal und kooperativ verhalten. Sie veröffentlichen unsere Pressemeldungen stets gut platziert und unterstützen damit hervorragend und werbewirksam den Kulturkreis insgesamt und die einzelnen Veranstaltungen. Sowohl die Ankündigungen als auch die Nachbetrachtung unserer Veranstaltungen werden stets – meist vollständig – gedruckt, so dass der KKH jede Woche wenigstens ein Mal in den Medien (meist sogar mit Bild) erscheint. Sehr wirksam sind auch die persönlichen Erzählungen von uns  in unserem Umfeld, d.h. bei Verwandten, Bekannten und Freunden. Unsere Aktivitäten auf den social media – Kanälen Facebook und LinkedIn werden ständig ausgeweitet, um den Kulturkreis bei allen Altersgruppen bekannter zu machen. Hier muss allerdings von unserer Seite sicherlich noch mehr getan werden.

 Seit Anfang 2023 konnten – außer einer – alle Veranstaltungen mit genügend Teilnehmern stattfinden. Es musste also – außer eben einer – keine mehr abgesagt werden. Das war    in den Coronajahren deutlich anders.

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Die allermeisten Veranstaltungen konnten kostendeckend oder mit einem mehr oder weniger großen Überschuss durchgeführt werden. Das war vor allem bei den höherpreisigen Veranstaltungen auch möglich dank einer aktiven Spendenakquisition von uns bei Stiftungen (hauptsächlich bei der Thormälen-Stiftung, die große Summen gespendet hat), bei der Stadt, bei der Sparkasse und bei weiteren Unternehmen, so dass die Mitgliedsbeiträge und die Eintrittspreise weiterhin stabil gehalten werden konnten. Wir danken von dieser Stelle aus allen Spendern noch einmal sehr herzlich für ihre segensreiche Unterstützung. Für das kürzlich durchgeführte und sehr gut angekommene Jazzkonzert mit über 100 Teilnehmern mussten wir das erste Mal einen höheren Eintrittspreis als gewohnt nehmen, weil das Honorar der ganz ausgezeichneten Band recht hoch lag. Die Zuhörer waren hellauf begeistert und das motiviert unseren Organisator, Herrn Philipp Söhngen, zu einer Fortsetzung des Jazzangebots.

Der Kulturkreis kann stolz sein auf eine solide Kassenlage. Ein sehr schönes Ergebnis. 

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Die Zahl der Mitglieder ist netto – d.h. unter Berücksichtigung der Abgänge durch Tod, auf Grund eines zu hohen Alters und Wegzug aus der Region – gestiegen. Die Veröffentlichungen unserer hochwertigen Veranstaltungen in den Medien locken immer mehr Teilnehmer zu den Veranstaltungen, aber auch zu Eintritten in das Netzwerk Kulturkreis Hösel an. Aber auch durch die Teilnahme an den Veranstaltungen selbst lassen sich NichtMitglieder zum Eintritt bewegen. Die Veranstaltungen werden immer stärker von Nicht-Mitgliedern besucht, weil man hier Hochwertiges geboten bekommt, und sicherlich auch, weil man wertvolle neue Kontakte finden kann. Dieses Potenzial versuchen wir durch eine persönlich gehaltene schriftliche Ansprache nach dem Besuch einer Veranstaltung für die Erweiterung der Mitgliedschaft zu nutzen. Wir erleben es immer wieder, dass einzelne Veranstaltungen zu einem Eintritt motivieren. Wir haben aktuell einen Mitgliederbestand von 314 und einen Abonnentenstand für die Sonntagskonzerte von 64.  Erlauben Sie mir ein paar Hinweise zu den Veränderungen beim Mitgliederstand: In 2023 haben sich 50 neue Mitglieder für den Kulturkreis entschieden. In 2024 haben wir bis jetzt bereits 14 Neueintritte zu verzeichnen. Für Ende 2024 haben nur 3 Mitglieder die Kündigung eingereicht. Wir haben seit langem mal wieder ein Mitgliederverzeichnis mit dem Stand 01.01.2024 herausgegeben, das wir Ihnen auch zugeschickt hatten. Es dient dazu zu erfahren, wer sonst noch Mitglied in meinem Umkreis ist und wer noch nicht, den man kennt und eventuell zum Eintritt bewegen kann. Es dient letztendlich auch dazu, miteinander Kontakt aufnehmen zu können.

Wir sprechen zunehmend ein jüngeres Publikum an, und zwar durch altersgerechte Veranstaltungsangebote, wie Poetry Slam, Puppenspiel, Jazzkonzerte und im kommenden Juni den Jugendkulturtag mit mehreren Workshops, gestaltet von Jugendlichen, und einer Abendveranstaltung, in der die Workshopergebnisse einem größeren Publikum präsentiert werden. Durch solche VAs werden leider nicht immer neue Mitglieder generiert, die zur Grundfinanzierung unseres Tuns beitragen. Trotzdem sind diese VAs wichtig. Denn unserem Ziel Generationen übergreifender Angebote kommen wir damit immer näher.  Hier liegt ein weiterer zukünftiger Schwerpunkt der Arbeit, nämlich neue, vor allem jüngere Zielgruppen – nicht nur für die einzelnen Veranstaltungen, sondern auch als Mitglieder – zu gewinnen, ohne die aktuellen älteren Mitglieder zu vergessen. Der richtige Mix entscheidet mit über die Zukunft des Netzwerkes.

Wir sind, wie Sie sicherlich festgestellt haben, erfolgreich aktiv in der Suche nach neuen Veranstaltungsstätten und neuen Veranstaltungsformaten. Erwähnen möchte ich als weitere Veranstaltungsstätten und zum Teil auch als geeignete Stätten für Besprechungen: das Seniorenstift am Höseler Bahnhof, die Grundschule Hösel, die Gemeindehäuser der ev. und katholischen Kirche (Gemeinderäume) sowie die beiden Höseler Kirchenhäuser selbst.

Erwähnenswert ist außerdem: die Stadt Ratingen. Warum das? Der Bürgermeister, das Kulturamt und der Kulturdezernent sind dem Kulturkreis sehr kooperativ und wohlwollend verbunden. Herr Pesch sagte mir mal, dass der KKH einer der wichtigsten Kulturvereine der Stadt sei. Für eine solche wohlwollende Unterstützung sind wir sehr dankbar. Mit dem sehr aktiven Freundeskreis des Industriemuseums Cromford verbindet uns eine gute Partnerschaft. Wir sind seit vergangenem Jahr Teil eines Arbeitskreises 50 Jahre Kommunalreform, der sich im vergangenen Jahr gegründet hat, und zwar auf Grund der Tatsache, dass 1975 das Amt Angerland und damit auch Hösel, bis dato mit einem eigenen Bürgermeister, zu Ratingen eingegliedert wurden. Dieser Vorgang war die Ursache und der Anfang der Bildung des Kulturkreises Hösel, der 2025 ebenfalls 50 Jahre alt wird. Höseler Bürger wollten damals einen eigenen kulturellen Schwerpunkt in Hösel bewahren. Deswegen bilden wir jetzt auch die Projektgruppe „50 Jahre KKH“, um für kommendes Jahr eine Jubiläumsfeier vorzubereiten.

Erwähnenswert sind weiterhin die gelungenen und gut frequentierten Ausflüge des Ehrenamtes einerseits und vieler Mitglieder auf dem Baldeneysee und anschließendem Essen sowie der Ausflug im Duisburger Hafen andererseits. Gelungen deswegen, weil man nur für persönliche Gespräche und Kontakte und small talk zusammenkam, ohne Lern- und Bildungsabsichten. Auch der Höseler Treff, eine Art Stammtisch an jedem 1. Dienstag im Monat, beweist mit seiner wachsenden Teilnehmerzahl, wie groß das Bedürfnis nach dieser unbeschwerten Kommunikation ist. Bei dieser Gelegenheit lernen uns auch neue Mitglieder und Interessenten intensiver kennen, als wenn sie nur Veranstaltungen besuchen und auf die Pausen angewiesen sind, um Kontakte aufzunehmen und zu pflegen. Solche Zusammenkünfte fördern den inneren Zusammenhalt.

Die große thematische Breite und die Vielzahl der Veranstaltungen mit qualitativ hochwertigen Künstlern und Referenten sowie einzigartigen Themen sind zusammengenommen ein Alleinstellungsmerkmal des Kulturkreises, das die Attraktivität des Angebotes und des Netzwerkes ausmacht. Das ist in einer lebendigen und reichen Kulturlandschaft in der Großregion kein einfaches Unterfangen, für das wir im Ehrenamt ständig mit neuen Ideen und guten Entscheidungen aktiv sind und bleiben müssen. Aber auch Ihre Treue und Ihr Zuspruch als Mitglieder, meine Damen und Herren, spielen dabei eine wichtige Rolle. Unsere ständige Aufgabe ist aber, dass wir auch die jungen Leute in das Ehrenamt holen und – wie gesagt – bei dieser Zielgruppe mit neuen und attraktiven Veranstaltungsformaten dafür werben, dass sie den Kulturkreis kennenlernen und – so wie Sie – als kulturelle Heimat wahrnehmen.

Wir haben heute Morgen übrigens mit der Spitze des Unternehmensverbandes Ratingen, Herrn Olaf Tünkers, gesprochen, um auszuloten, ob ausländische Führungskräfte und ihre Familien, die zeitweise – ohne formelle Eingliederung – in Ratingen wohnen und in Ratinger Unternehmen arbeiten (man nennt sie Expatriates oder kurz Expats), beim Kulturkreis eine zeitweilige Heimat finden können. Denn diese Personengruppen sind in ihrer Freizeit am Abend und an den Wochenenden meist ohne Betreuung und meist alleingelassen. Wir haben noch weitere gemeinsam interessierende Gesprächsthemen mit dem Unternehmensverband auf der Agenda. Angeschnitten und ausgelotet haben wir zum Beispiel, ob das Thema Firmenmitgliedschaft von Interesse ist. Ergebnisse? Herr Tünkers zeigte sich an den Themen sehr interessiert. Er sah sogar einen inneren Zusammenhang zwischen beiden Themen und will seine Gremien damit befassen, gemeinsam diese Ideen weiterzuentwickeln. Wir werden über den Fortgang weiter berichten.

Last but not least sei erwähnt, dass unser Statement, ein Commitment und Plädoyer für eine freie Kunst und Kultur, breit veröffentlicht worden ist. Es steht auch auf der Startseite unserer Homepage. Es kam bei Mitgliedern und in der Öffentlichkeit angesichts der aktuellen turbulenten gesellschaftlichen und politischen Diskussionen und Entwicklungen sehr gut an und wurde allgemein sehr begrüßt.

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Mein abschließender Wunsch an Sie: Unterstützen Sie auch weiterhin den Verein durch Ihre Besuche bei den Veranstaltungen, durch Anregung von Veranstaltungsthemen, durch Weitererzählen an Nachbarschaft und Freunde und Bekannte, dass sich eine Mitgliedschaft und Teilnahme an den Veranstaltungen nicht nur wegen der Inhalte lohnen, sondern auch einen Mehrwert für den Zusammenhalt, für ein friedliches Miteinander und – ja letztlich – auch für den Einen oder Anderen eine Vermeidung bzw. Überwindung von Einsamkeit bilden.“

  • Der Vorstand konnte durch die einstimmige Wahl der anwesenden Mitglieder um Frau Martina Lüdeke erweitert werden. Die Vita von ihr kann auf der Homepage des Vereins nachgelesen werden. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.
  • Der Beirat konnte ebenfalls einstimmig um vier Personen erweitert werden, und zwar um Frau Nazli Reichardt, Herrn Günter Fischedick, Herrn Roland Priebe (bisher Mitglied im Vorstand) und Frau Annemarie Bollue. Alle bisherigen Beiratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.
  • Die Verantwortungsbereiche aller Vorstands- und Beiratsmitglieder können auf der Hoimepage nachgelesen werden.
  • Es wurde eiine Projektgruppe zur Vorbereitung des 50jährigen Jubiläums des Kulturkreises in 2025 unter der Leitung von Frau Martina Lüdeke eingerichtet.

Moderierter Schumannabend in Hösel

„Einen lebendigen und kurzweiligen Konzertnachmittag bereiteten die Sopranistin Jeanne Jansen und ihre Klavierbegleiterin Jieun Cha – beide im Masterstudium an der Folkwang Universität der Künste – ihrem Publikum am vergangenen Sonntag in Hösel im Oktogon (Haus Oberschlesien).“ – so der Organisator der Konzertveranstaltung, Thomas Bothmann vom Beirat des Kulturkreises. Der von Jeanne Jansen moderierte Konzertnachmittag eröffnete den Zuhörerinnen und Zuhörern vielfache und zum Teil sehr persönliche Einblicke in das kompositorische Werk des Ehepaares Clara und Robert Schumann. Der musikalische Spannungsbogen reichte dabei von den „Myrthen“, ein Brautgeschenk von Robert Schumann an seine Frau Clara, über die tiefe Freundschaft von Johannes Brahms zu Clara und Robert Schumann bis hin zu den von Brüchen und Abgründen durchzogenen Kompositionen aus dem „Liederkreis op. 39“. Dabei überzeugte Jeanne Jansen nicht nur mit dem betörenden Farbspektrum ihrer mal brillant strahlenden, mal fühlbar eindringlichen Stimme, sondern auch mit ihrer lockeren und von Klangbeispielen der begleitenden Pianistin unterstützten Moderation. Über alle Kritik erhaben erwies sich auch das subtile und vortrefflich ausgeleuchtete Klavierspiel von Jieun Cha. Der Konzertabend sei „eine perfekte Ergänzung“ zu dem ebenfalls vom Kulturkreis vor einiger Zeit organisierten Besuch des Schumann-Hauses in Düsseldorf, war das einhellige Urteil des Publikums, das sich mit Standing Ovations bei den beiden Musikerinnen bedankte.

Der Kulturkreis Hösel hat viel zu bieten!

Die Rheinische Post berichtet.

Der Kulturkreis Hösel präsentiert sein neues Programm 2024 Ehrenamtlicher Beirat und Vorstand haben auch für das 1. Halbjahr 2024 ein für alle Generationen attraktives Programm von Kulturveranstaltungen zusammengestellt.

Es beginnt am Sonntag, dem 28. Januar, um 17 Uhr im Oktogon Hösel mit einem der beliebten fünf Sonntagkonzerte für Klavier und Querflöte, die alle fünf auch als Abonnement gebucht werden können. Das Programm des Konzertes wird u.a. auf der Homepage bekanntgegeben.

Es folgt am 30. Januar um 17 Uhr im Maria – Theresienstift Hösel ein Vortrag über „Die Palette der Frauen – Spanische Malerinnen durch die Jahrhunderte.“. Vortragender ist der für spanische Kultur bekannte Prof. Dr. Helmut Jacobs.

Museumsführungen, die thematisch etwas Neues bieten, sind äußerst beliebt. Deswegen bietet der Kulturkreis aus Anlass der Neueröffnung des Museums Clara und Robert Schumann in Düsseldorf am 27. Februar um 15 Uhr eine Besichtigung und Führung an.

Am 03. März folgt um 18 Uhr eines der sehr begehrten Jazzkonzerte mit Chris Hopkins.

Am 08. März, 20. Uhr, kann – in Kooperation mit Susanne Rohlfing, Lintorf, – das Konzert „Versailles – Musik am Hofe des Sonnenkönigs“ gebucht werden. Kurz danach, am Sonntag, dem 17. März, 17 Uhr, folgt ein Schumannabend im Oktogon in Hösel, der eigens passend zu dem Besuch des Museums in Düsseldorf ausgesucht wurde.

Am 21. März, 18 Uhr, findet die ordentliche Mitgliederversammlung im Oktogon statt.

Die erste exklusive Studien- und Kulturreise wird vom Freitag, 12. April – Montag, 15. April, und zwar nach Paris angeboten. Anlass ist insbesondere das außerordentliche „Jubiläum an der Seine – 150 Jahre Impressionismus“.

Das zweite Sonntagskonzert des Jahres (auch im Abo) wird am 21. April um 17 Uhr im Oktogon unter dem Titel „Mesdames Musicales“ sowie ein weiteres Konzert, und zwar am Samstag, 04. Mai, 18:30 Uhr, in der Philharmonie Essen mit dem Schumann Violinkonzert angeboten. Es spielt das Orchestre des Champs-Elysées.

Freunde von Malerei werden besonders die Besichtigung und Führung der bzw. durch die Ausstellung in der K20 Düsseldorf am 16. Mai um 15 Uhr interessieren: „Hilma af Klint und Wassily Kandinski – Träume von der Zukunft“.

Vom 23. bis 28. Mai wird eine exklusive, vom Kulturkreis arrangierte und zusammengestellte Studien- und Konzertreise nach „Oslo – von allen Seiten“ angeboten.

Das Konzert am Samstag, dem 15. Juni um 20 Uhr in der Philharmonie Essen mit Anne-Sophie Mutter wird sicher auf großes Intersse stoßen“ .

Leider steht der Tag des Vortrags zur Weinkultur „Französische Klassiker“ im Mai im Evangelischen Gemeindehaus in Hösel noch nicht fest. Diese Vortragsreihe ist sehr beliebt.

Der erste bunte und lebendige Jugendkulturtag in Hösel am 15. Juni ab 14 Uhr mit vielen Mitmach- Workshops und einer fulminanten Abendveranstaltung u.a. mit der Präsentation der Workshop-Ergebnisse wird ein echtes neues High Light im Kulturprogramm.

Baldige Anmeldungen zu eigentlich allen Veranstaltungen sind dringend zu empfehlen, weil teilweise Besucherbegrenzungen existieren und die Nachfrage groß sein wird: kulturkreis-hoesel.de/programm.

Herzliche Grüße

Ihr Kulturkreis Hösel e.V.

Adventsmatinée des Höseler Kulturkreises

Nach Jahren pandemiebedingter Unterbrechung lud der Kulturkreis Hösel zu seiner traditionellen Adventsmatinée am 10. Dezember 2023 in den Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde Hösel ein. Fast 70 Gäste folgten dieser Einladung und genossen das lange vermisste Zusammensein im Kreis der Vereinsmitglieder, ihrer Angehörigen und Freunde.

Begrüßt wurden die Gäste vom stellvertretenden Vorsitzenden Edzard Traumann, der den erkrankten Vorsitzenden Wolfram Brecht vertrat. Traumann erwähnte  die positive Entwicklung des Kulturkreises, der im Jahr 2023  einen Zuwachs von 20 Mitgliedern verzeichnen konnte.

Er betonte in seiner Rede die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit der Mitglieder in Vorstand und Beirat, die durch ihre Ideen und den Einsatz bei der individuellen Organisation von Reisen, Konzerten, Lesungen, Seminaren und Podiumsdiskussionen seit vielen Jahren für ein hochwertiges Programm sorgen und damit das kulturelle Interesse der Besucher aller Generationen treffen.

Der Kulturkreis Hösel öffnet sich gerade auch der Jugend. So wird am 15. Juni 2024 ein Jugendkulturtag in Hösel mit acht Workshops und einer großen Abendveranstaltung stattfinden.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Klarinettentrio mit Andrii Paliarush, Leon Milajew und Mykyta Volkov, Studenten der Essener Folkwang Universität, mit Werken von Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy und Mozart.

Nach dem offiziellen Part gab es bei  Fingerfood und guten Weinen zahlreiche interessante Gespräche der kulturinteressierten Gäste, bei denen vielfach Erlebnisse und Erfahrungen aus Veranstaltungen des vergangenen Jahres im Mittelpunkt standen.

Immer wieder wurde auch auf die Bedeutung solcher Veranstaltungen für das Miteinander im Kulturkreis hingewiesen und der Wunsch nach Wiederholung im nächsten Jahr geäußert.