„Tinnitus“ Junges Kabarett

 

„Tinnitus“, eine junge Ratinger Kabarettgruppe, lässt aufhorchen.

Sie sind junge Ratinger Dumeklemmerinnen und -klemmer, studieren oder befinden sich sonst wie  in einer Ausbildung und spüren einen zusätzlichen Auftrag, der noch nicht beendet ist. Die meisten von ihnen waren früher bei den “Westhäkchen“ und  versuchen, die Welt aus ihrer Sicht zu verstehen und zu erklären.

Gerade die vielen kleinen und großen individuellen, sozialen, politischen und medialen Zahnräder und Daumenschrauben, das Verschwimmen von virtueller und tatsächlicher Realität, die immer größere Nähe von Mensch und Maschine, also die Conditio Humana des Anthropozäns , das ist es, worüber die jungen Leute zu reden und zu singen haben. Sie tun dies nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern durchaus mit einem Schuss Selbstzweifel und Selbstironie.

In einer bunten Mischung  aus Kabarett, Comedy und Show gehen sie den Themen auf den Grund, die allen unter den Nägeln brennen. Die meisten Texte schreiben die Comedians selbst , vieles entsteht aus Improvisationen. Der Mix macht’s.

Für den Auftritt in Hösel hat Tinnitus extra  die musikalische Abteilung verstärkt.

Falls jemand Sorge hat, die jungen Menschen kleben die Zuschauer heimlich an den Stühlen fest, nein… sie freuen  sich auf Standing Ovations.

Regie führt Heiner van Schwamen.

Karten über www.kulturkreis-hoesel.de/programm und an der Abendkasse ab 19 Uhr

 

Johanna (to go) von Friedrich Schiller — Eine mobile Inszenierung des Düsseldorfer Schauspielhauses

Regie: Robert Lehniger

Goethes »Faust«, Lessings »Nathan der Weise« und Dorsts »Parzival« waren als »Theater (to go)« seit 2017 regelmäßig zu Gast in Ratingen-Hösel. Das mobile Format des D’haus bringt Schauspieler*innen des Ensembles direkt in unsere Nachbarschaft. Nun schickt Regisseur Robert Lehniger eine weibliche Heldin der klassischen Literatur auf die Reise:

In Friedrich Schillers romantischer Tragödie »Die Jungfrau von Orleans« fühlt sich Jeanne d’Arc, ein Mädchen aus der französischen Provinz, dazu berufen, die Franzosen gegen die englische Invasion anzuführen. Mit Mut, Glaube und jugendlicher Radikalität wagt Jeanne, genannt Johanna, es, im Jahr 1429 einem autoritären System die Stirn zu bieten. Als es ihr gelingt, das Schlachtenglück zugunsten Frankreichs zu wenden, wird sie auf Händen getragen.

Schillers sprachgewaltiges Drama zählt zu den bekanntesten Interpretationen des französischen Nationalmythos. Es erzählt von politischem Kalkül, religiösem Extremismus und dem männlichen Blick auf weibliches Heldentum. Schillers Johanna wird erst zur Heerführerin ernannt, dann als Teufelsbraut verleumdet und schließlich zur Heiligen stilisiert. Die Inszenierung »Johanna (to go)« wird auch den heutigen Umgang mit zeitgenössischen Heldinnen erforschen. Wie blickt die Welt heute auf streitbare Aktivistinnen, die sich zwischen die Fronten wagen?