TARS Ensemble alter Musik

Das Ensemble TARS hat sich der barocken Kammermusik verschrieben. Es rückt mit einem ganzen Kleinbus voller Instrumente an und ihr Konzert ist deswegen auch optisch gesehen: ein Spektakel !
 
Claudius Kamp spielt neben der Altflöte, die z. B bei Musik von Händel oder Telemann zum Einsatz kommt, noch andere Blockflöten. Da wäre die Renaissance-Flöte, die in Tenor- und Altlage daherkommt. Sie hat deutlich größere Grifflöcher und eine weitere Bohrung als die Barockflöte. Das verleiht ihr einen raueren, lauteren Klang, der sich mit den Instrumenten der Epoche sehr gut mischt.
Der Dulzian ist der Vorläufer des Barockfagotts. Der Dulzian löste Rohrblattinstrumente wie den Pommer oder das Krummhorn ab. Diese Instrumente haben ihr Rohrblatt in einer Windkapsel, in die die Spielerin bläst. Hierdurch schwingt das Rohr ganz frei und das Instrument ist hell und laut. Der Dulzian war eine Neuerung, denn man kann hier das Rohr im Mund unterschiedlich stark schwingen lassen und somit zarter spielen.
 
Die Gambe ähnelt auf den ersten Blick dem Cello. Doch es handelt sich um ein völlig anderes Instrument, das auch viel älter ist. Zur Gambenfamilie gehören Instrumente aller Tonlagen. Diskant (= Sopran), Alt, Tenor, Baß, Kontrabaß (Violone genannt) und der ganz kleine Pardessus, eine Art Sopranino-Gambe der bis in die hohe Geigenlage hinaufklettert.
Die Gambe hat im Vergleich zum Cello einen silbrigen, obertonreichen Klang. Die dünnwandige Bauweise kitzelt viele Resonanzen aus dem Instrument heraus. Es ist auf der Gambe leicht möglich, Akkorde zu spielen, was durch die Stimmung und die Zahl an Saiten (bis zu 7) begünstigt wird. Die Gambe hat Bünde wie eine Gitarre, die jedoch verschoben werden können, um die Stimmung zu ändern. Die Bünde, die Quart-Terz-Stimmung (kennt man heute von der Gitarre), die Saitenzahl und die akkordische Spielweise verweisen auf die Verwandtschaft zur Laute.
 
Das Cembalo ist nicht das älteste Tasteninstrument und jünger als Orgel und Clavichord, aber es ist in Barock und Frühklassik zum wichtigsten neben der Orgel geworden. Die Tonerzeugung entsteht mittels Federkielen (heute oft Kunststoff), daher auch der englische Name harpsichord. Das Cembalo hat, wie ein Orgel, verschiedene Register (kleine Instrumente haben nur eins, große vier, fünf oder noch mehr) auf (selten) bis zu drei Manualen.
Verwandte des Cembalos sind das Spinett und das Virginal. Alle diese Instrumente haben gemein, daß sie gezupfte Saiten haben und keine Dynamik durch den Anschlag möglich ist. Der rauschende, metallische Klang des Cembalos ist im Barock Grundlage fast jeder Musik. Durch das Zupfen hat es eine perkussive Qualität, die es zum Dirigierinstrument bis in die Frühromantik machten.
Das 16’-Cembalo ist die größte Form der Cembali. Zu Registern in 8- und 4-Fuß-Lage gesellt sich ein Kontrabaßregister, welches für Gravität und orchestralen Klang sorgt. Diese Instrument waren bis zu drei Meter lang.
In Renaissance und Barock war die Kombination aus Cembalo und Orgel, Claviorganum, sehr beliebt. Hier verbinden sich der bindende Klang der Orgel mit dem perkussiven, silbrigen des Cembalos. Als Begleitinstrument bietet es damit einerseits ein gut hörbares harmonisches Gerüst und dabei die Dirigierfähigkeit des Cembalos.
 
Claudius Kamp (Studium Weimar, Bremen, Berlin) kommt aus Hagen und ist Blockflötist, Fagottist und Dulzianspieler. Er arbeitete mit Ensembles und Persönlichkeiten wie der Akademie für Alte Musik Berlin und Maurice Steger und lehrt Blockflöte in Berlin.
Charlotte Schwenke (Studium Würzburg, Basel), arbeitet als Gambistin, Chorleiterin und Musikwissenschaftlerin. Sie forscht u. a. zum akkordischen Continuospiel auf der Gambe und spielte mit Persönlichkeiten und Ensembles wie Friederike Heumann und dem Klangforum Heidelberg.
Johannes Rake (Studium Bremen, Frankfurt/ M., Basel, Köln) spielte unter Reinhard Goebel und anderen Barockspezialisten. Er unterrichtet Cembalo und Generalbaß an der HfMDK Frankfurt/ M. und beschäftigt sich intensiv mit dessen adäquater Ausführung.
 
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Stradivari-Amati Gala

Stradivaris Lehrmeister war der Cremoneser Geigenbauer Nicola Amati. Im 18. Jahrhundert waren seine Geigen wertvoller  als die Stradivaris, die ihre stärkere  Tonqualität erst nach der Erfindung des modernen Bogens am Ende des 18. Jahrhunderts ausspielen konnten. Es existiert sogar eine Beschwerdebrief eines deutschen Musikers an seinen Fürsten, dem man offenbar eine Stradivari statt der bestellten Amati geliefert hatte!

Stradivari hat selbst auch Amati -Geigen vertrieben und repariert. Eine davon war ein Totalschaden, da das Deckblatt zerstört wurde. Stradivari fertigte für diese Geige ein neues Deckblatt. Diese Geige spielt nun Svetlin Roussev.

Prof. Svetlin Roussev ist schon einmal im Kulturkreis Hösel aufgetreten; damals spielte er die „Duc de Camposelice“ -Stradivari aus dem Besitz der All Nippon Foundation.

Nach seinem Studium am Pariser Conservatoire errang Svetlin Roussev zahllose internationale Preise, (u.a. Indianapolis, Long- Thibaud, Melbourne und Sendaï in Japan). Er wurde zuerst Konzertmeister im Orchestre der Auvergne, dann des philharmonischen Orchesters von Radio Fance, und ab 2007 daneben auch des Seoul Philharmonic Orchestra in Korea. 2016 wechselte er zum Orchestre de la Suisse Romande nach Genf. Außerdem hat er eine Professur am weltberühmten Pariser Conservatoire inne.

Gleichzeitig weitete er seine solistische Tätigkeit weltweit aus. Er spielt in allen bedeutenden Hallen Europas, der USA und Asiens. Sein Repertoire umfasst die grosse solistische Violinliteratur vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik. Er setzte sich besonders für Werke der klassischen Moderne sowie für Komponisten aus seiner bulgarischen Heimat ein. Von seinen zahllosen CD-Aufnahmen bezeugen dies die Aufnahmen von Werken des bulgarischen Komponisten Pantcho Vladigerov mit der Pianistin Elena Rosava, die einstimmig von der Presse gelobt wurde, und die CD mit dem Concert Funèbre von Karl Amadeus Hartmann. Zuletzt legte er Aufnahmen von Violinsonaten Griegs und Medtners vor.

Diesmal wird er ein unbegleitetes Solokonzert mit vielen hochvirtuosen Violinwerken zu Gehör bringen.

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Opern- und Liederabend mit Maria del Mar Humanes und Sebastià Peris

Zu diesem Sonntagskonzert dürfen wir im Oktogon zwei „Rising Stars“ am Opernhimmel begrüßen. Maria del Mar Humanes hat bereits viele Rollen an europäischen Opernstudios und Opernhäusern gesungen, zuletzt im Aalto Theater in Essen. Ihr Sopran ist so wie ihre Persönlichkeit, stolz und spanisch, klar und einschmeichelnd zugleich. Entsprechend reicht ihr Repertoire von der Musetta aus Puccini’s „La Boheme“ bis hin zu Pergolesis „Stabat mater“. Maria del Mar Humanes gewann den 1. Preis „Camerata Sant Cugat Wettbewerb“ und den 1. Preis beim „Conchita Badia Gesangswettbewerb“; sie war Semifinalist beim Wettbewerb der „Oper im Berg Salzburg“ sowie beim „Symphonies d’Automne Wettbewerb“.

Den Abend wird sie zusammen mit dem Bariton Sebastià Peris bestreiten, der zurzeit am Madrider Teatro Real engagiert ist, nachdem er in den Jahren 2016 bis 2018 im Opernstudie Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg gesungen hat. Sebastià Peris gewann 1. Preise bei der “Juventudes Musicales de España” Competition (2013) sowie bei der “Asociación Wagneriana de Madrid” Competition. Sein umfangreiches Repertoire ist geprägt von Auftritten in der Deutschen Oper am Rhein, unter vielen „Zauberflöte“, „Rigoletto“, „Ariadne auf Naxos“, „Carmen“, „Un ballo in maschera“, in denen er Titelrollen sang. Er nimmt sich jedoch auch immer wieder die Zeit, mit Oratorien und klassischem Kunstlied aufzutreten.

Die beiden werden vom Liedpianisten und Folkwang-Dozenten Maxim Shamo am Flügel begleitet. Maxim Shamo wurde im Nordkaukasus in eine Familie mit einer großen musikalischen Tradition geboren. Er ging mit 12 Jahren auf seine erste Konzerttournee durch Ukraine und Schweden. Seinem musikalischen Weg folgend, studierte Maxim Shamo in Essen, Stockholm und Amsterdam. Er gewann den 1. Preis beim Köhler-Osbahr-Klavierwettbewerb und erhielt während seiner Studienzeit an der Folkwang Universität der Künste Stipendien der deutschen Yehudi-Menuhin-Stiftung und des Rotary Clubs Niederlande-Deutschland. In der Spielzeit 2019/ 2020 assistierte Maxim Shamo bei Liedinterpretations-Meisterkursen seines Mentoren Helmut Deutsch.

Für den Abend haben sich die drei etwas Besonderes vorgenommen. Es besteht zum einen aus der Einakt-Oper „The Telephone“ (oder L’Amour à trois) von Gian Carlo Menotti, die 1947 als Opera buffa am Heckscher Theater in New York uraufgeführt wurde. Die Handlung des Stückes ist eigentlich ganz simpel und in der Zeit von WhatsApp, Twitter und Co. hochaktuell: Ben versucht Lucy einen Heiratsantrag zu machen, dieses wichtige Gespräch wird aber fortdauernd von Anrufen gestört. Das Stück lebt vom Spaß, miteinander zu spielen und zu kokettieren. Charaktere, die Maria del Mar Humanes und Sebastià Peris perfekt verkörpern. Abgerundet wird der Abend mit Kunstliedern aus dem umfangreichen Repertoire der beiden Musikschaffenden.

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Yordanova & Kyurkchiev Piano Duo

„A quattro mani“ – „Zu vier Händen“ am Klavier beeindruckt das mehrfach mit Preisen ausgezeichnete bulgarische Piano-Duo Antoniya Yordanova and Ivan Kyurkchiev immer wieder ihr Publikum mit Tiefgründigkeit und poetischer Sensibilität.

 

Hier ein paar Stimmen von Kritikern und Mentoren:

Das Klavierduo Antoniya Yordanova und Ivan Kyurkchiev ist in jederlei Hinsicht bemerkenswert: die beiden Musiker spielen wie aus einem Guss, musizieren mit makelloser instrumentaler Brillanz, poetischer Tiefe, feurigem Temperament und einer untrüglichen Stilsicherheit … Ihre Interpretationen sind meisterhaft, inspiriert, von großer musikalischer Schönheit und virtuosem Schwung.” Emanuel Krasovsky

...eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit, außergewöhnlichen künstlerischen Ernst sowie eine tadellose Pianistik und Professionalität.Andreas Groethuysen

„Ich bin absolut überzeugt, dass Yordanova & Kyurkchiev eine wichtige Rolle in der Welt der internationalen Konzerte spielen wird.” Aquilles Delle Vigne

Das Duo besitzt Masterabschlüsse als Ensemble von der Hochschule für Musik und Theater (München), als Solisten von dem Koninklijk Konservatorium (Brüssel) sowie das Konzertexamen der Universität der Künste in Essen. Das Duo hat zahlreiche Preise bei großen internationalen Wettbewerben erhalten, wie etwa den 1. „Absolute“ Preis beim 22. Rome Internationalen Klavierwettbewerb, den 2. Preis beim 1. Chicago Internationalen Klavierduowettbewerb, den 1. Preis beim 15. Torneo Internazionale di Music (Paris), 3. Preise beim 5. Internationalen Klavierduowettbewerb Allegro Vivo” (San Marino) und  beim 28. Franz Schubert Internationalen Klavierduowettbewerb (Tschechien) sowie Preise beim 3. Kammermusikwettbewerb “Sergei Taneyev” (Moskau).

Wichtige Konzertauftritte hatte das Duo in vielen europäischen Länder, den USA und in Asien, u.a. traten sie auf im Nichols Konzertsaal in Chicago, Tel Aviv Museum der Künste, Xuzhou und Harbin Konzertsälen in China, Auditorium del Massimo in Rom, Teatro National de Sao Carlos in Lissabon, Palacio National de Sintra und im Rachmaninov Saal in Moskau. Sie spielten bei bekannten Festivals, wie dem „Reger Musik Tage“ Festival in Bayreuth, dem „Richard Strauss“ Festival in Garmisch-Partenkirchen, dem „Sintra Festival“ in Portugal, dem Tel-Hai Internationale Meisterkurse in Israel, dem „Varna Summer“ Internationalen Musikfestival in Bulgarien und anderen. Die Aufführungen des Duos wurden zudem mehrfach gesendet, etwa: Bayerischen Rundfunk, Tel-Aviv Rundfunk, WFMT Chicago Rundfunk und Vatikan Rundfunk, Bulgarisches Nationales Fernsehen, Bulgarischer Nationaler Rundfunk.

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Symphoniekonzert Das Junge Orchester NRW

 

Geplant war es als Neujahrskonzert im Januar oder Anfang Februar. Die Terminlagen des Orchesters und der für diesen Zweck einzig in Ratingen in Frage kommenden Spielstätte ließen erst am 13. März eine Aufführung zu. Der Kulturkreis Hösel hat das Junge Orchester NRW eingeladen, in der Stadthalle Mahlers 7. Symphonie aufzuführen; ein repräsentatives Werk, das wohl seit langem nicht in Ratingen aufgeführt worden ist.

Der Kulturkreis Hösel wird ansonsten wie übliche Karten für 20.- Euro/Teilnehmer*in (Schüler*innen und Studierende frei) anbieten. Ein Kartenkontingent wird in Zusammenarbeit mit Neanderticket angeboten, die der Kulturkreis gerade mit anderen Konzerten erprobt. Ein kleines Buffet wird dieses außergewöhnliche kulturelle Event abschließen.

 

Das Junge Orchester NRW

besteht bereits seit über 30 Jahren als unabhängiges Ensemble. Rund 100 Schüler*innen, Studierende und junge Berufstätige kommen mehrmals jährlich unter der Leitung des Orchestergründers und Universitätsmusikdirektors Ingo Ernst Reihl zusammen, um gemeinsam auf hohem Niveau zu musizieren.

Gleichberechtigtes Miteinander von Laien- und Profimusiker*innen mit hohem künstlerischem Anspruch ist eines der Markenzeichen des Jungen Orchesters NRW. Zudem untersteht das Orchester keiner Institution. Es fühlt sich als freies Orchester dem Rhein-Ruhr-Gebiet verbunden und ist keiner einzelnen Stadt zugeordnet. Auf diese Weise bewahrt sich Das Junge Orchester NRW umfassende künstlerische Freiheit, die durch das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Mitglieder erst möglich wird.

Zum Aushängeschild des Orchesters ist vor allem das große symphonische Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts geworden, so dass Werke von Meistern wie Gustav Mahler, Johannes Brahms, Pjotr Tschaikowski, Dmitri Schostakowitsch und vielen anderen oft in spannender Zusammensetzung neben selten gehörten Kompositionen erklingen. So stand zum 30-jährigen Jubiläum des Orchesters im Jahr 2015 neben der 9. Symphonie von Beethoven Das trunkene Lied von Oskar Fried auf dem Programm – eine ein Jahrhundert lang vergessene Kantate nach dem Text von Friedrich Nietzsche. Zuletzt erklang Anfang 2018 unter Beteiligung von 140 Musiker*innen, drei Kinderchören und einem eigenen Projekt-Frauenchor Gustav Mahlers 3. Symphonie unter dem Titel Mahler 3.3 zum 33-jährigen Bestehen des Jungen Orchesters NRW.

 

Gustav Mahlers 7. Symphonie

„Mein bestes Werk“ – so soll Gustav Mahler seine siebte Symphonie bezeichnet haben. Gleichwohl ist die Symphonie Nr. 7 jedoch die am wenigsten einzeln aufgeführte seiner Symphonien. Möglicherweise liegt dies am unbeständigen Wesen des Werkes: die Musik schwankt zwischen Dur und Moll, zwischen hell und dunkel, zwischen Tag und Nacht.

Die für eine Symphonie ungewöhnliche Anzahl von fünf Sätzen ermöglicht Mahler einen runden Aufbau: An die Stellen zwei und vier setzt er Nachtmusiken, die ein Scherzo umrahmen. Zu der ersten Nachtmusik, einer Art romantischem Marsch, soll Rembrandts ›Nachtwache‹ Anstöße gegeben haben. Der Begriff ›Nachtmusik‹ stammt, anders als der Titel der Symphonie, von Mahler selbst. Der Komponist verfasste zunächst die beiden ›Nachtmusiken‹ und erweiterte später mit den anderen Sätzen sein Werk zur   Symphonie. Das zwischen den beiden ›Nachtmusiken‹ liegende ›Scherzo‹ ist mit ›Schattenhaft‹ überschrieben und unterstützt Deutungsversuche, in denen als zentrales Thema die ›Nacht‹ in dieser Symphonie im Mittelpunkt steht. Wie bereits in vorherigen Werken macht sich Mahler auch in der Siebten Naturklänge zu eigen, mischt diese jedoch mit Märschen und volkstümlichen Elementen, was das Unbeständige, vielleicht teilweise Verwirrende dieser Symphonie ausmacht. Die 7. Symphonie stellt also bezüglich einiger gestalterischer Elemente eine Neuheit und Besonderheit in Mahlers Musik dar. Dies zeigt sich auch im Finalsatz, in welchem aus der Dunkelheit, aus der Düsterheit des ersten Satzes über die ›Nachtmusiken‹ in den helllichten Tag geführt wird. Von der traumhaften Welt in eine Wirklichkeit, in der ausgelassen gefeiert und getanzt wird und das Glück nahezu übertrieben am Ziel der (musikalischen) Reise steht. Dieser Duktus passt symbolisch zum Pandemiegeschehen und seinem Verlauf.

 

Ingo Ernst Reihl

studierte von 1985 bis 1988 Komposition bei Prof. Wolfgang Hufschmidt an der Folkwang Universität der Künste in Essen. In dieser Zeit gründete er Das Junge Orchester NRW, das er noch heute musikalisch leitet. Seine Dirigierlehrer waren Orlando Zucca, Prof. Hans Jaskulsky und Libor Pešek. Besondere Prägung als Dirigent erfuhr er in Prag bei seinem Lehrer Václav Neumann, dem langjährigen Chefdirigenten der Tschechischen Philharmonie und Präsidenten der Tschechischen Gustav-Mahler-Gesellschaft.

Ingo Ernst Reihl erhielt 1987 den Förderpreis Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr. 1989 gründete er das Orchester und 1991 den Chor der Universität Witten/Herdecke. 1992 dirigierte er erstmals das Staatliche Kammerorchester der Republik Belarus, 1993 bis 1999 und 2001 bis 2004 war er Chefdirigent und künstlerischer Direktor dieses Ensembles. Im Jahr 1993 erhielt er ein Stipendium der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung Herdecke, wurde zum Universitätsmusikdirektor der Universität Witten/Herdecke ernannt und leitet seitdem den Bereich „Künstlerische Praxis“ an der Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale. Reihl wurde 1994 Stipendiat der Herbert von Karajan Stiftung und 1997 Stipendiat der Leonhard-Stinnes-Stiftung. 1999 ernannte ihn das Staatliche Kammerorchester der Republik Belarus zu seinem Ehrendirigenten. Seit Oktober 2001 ist Ingo Ernst Reihl Honorarprofessor für Dirigieren an der Staatlichen Musikakademie Belarus. Zudem leitet er seit 2013 das Universitätsorchester der Technischen Universität Dortmund und unterrichtet dort Dirigieren/Ensembleleitung.

Reihl gehört seit 2014 zum Dirigententeam der Penderecki-Akademie, dem Festivalorchester von musik:landschaft westfalen. Im selben Jahr wurde er Honorarprofessor an der Universität Witten/Herdecke. Er gibt regelmäßig Dirigier-Meisterkurse an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo.

Gefördert von der Kultur- und Altenpflegestiftung der Sparkasse Ratingen

 

 

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Sir Andras Schiff

 
Große Orchester

SIR ANDRÁS SCHIFF
ORCHESTRA OF THE AGE OF ENLIGHTENMENT
BEETHOVEN KLAVIERKONZERTE

 
Sir András Schiff – Klavier und Musikalische Leitung
Orchestra of the Age of Enlightenment
 
Ludwig van Beethoven
Konzert Nr. 2 B-Dur für Klavier und Orchester, op. 19
Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 93 D-Dur, Hob. I:93 “2. Londoner”
Ludwig van Beethoven
Konzert Nr. 1 C-Dur für Klavier und Orchester, op. 15
 
Bildquelle: © Philharmonie Essen

 


Hinweis: Alle Veranstaltungen finden unter den im Zeitpunkt der einzelnen Veranstaltung geltenden Corona-Bestimmungen statt. Da sich diese je nach Entwicklung der Pandemie laufend ändern, finden Sie die aktuellen Bestimmungen unter https://www.land.nrw/corona und unter https://www.rmg-ratingen.de/corona-infos/


 

Benjamin Britten “Matinées musicales” op.24

Große Orchester

ISABELLE FAUST
ANTOINE TAMESTIT
IVOR BOLTON
SINFONIEORCHESTER BASEL

 
Isabelle Faust – Violine
Antoine Tamestit – Viola
 
Sinfonieorchester Basel
Ivor Bolton – Dirigent
 
Benjamin Britten
“Matinées musicales”, op. 24
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonia concertante Es-Dur für Violine, Viola und Orchester, KV 364
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 7 A-Dur, op. 92

Erinnern Sie sich noch an die Vor-Corona-Monate der Saison 2019/2020? Da war der Dirigent Ivor Bolton Residenzkünstler, und die Geigerin Isabelle Faust wurde als Porträtkünstlerin vorgestellt. In diesem Konzert kehren beide gemeinsam zurück – und bringen noch den französischen Bratschisten Antoine Tamestit mit. Zusammen musizieren sie Mozarts großartige Sinfonia concertante KV 364, eines der formal und emotional tiefgründigsten Orchesterwerke des Wiener Klassikers mit zwei Solisten. Beethovens Siebte empfanden schon seine Zeitgenossen als “gefällig und leicht fasslich”. Richard Wagner sprach angesichts der einprägsamen wie suggestiven rhythmischen Gestaltung von einer “Apotheose des Tanzes”. Eröffnet wird der Abend mit der fünfsätzigen Suite “Matinée musicales”, einer von Gioacchino Rossini inspirierten Ballettmusik von Benjamin Britten.

 
Bildquelle: © Philharmonie Essen

 


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Giovanni Battista Pergolesi: “Stabat Mater”

Große Stimmen

CECILIA BARTOLI
PERGOLESI “STABAT MATER”

Cecilia Bartoli – Sopran
Altus
Franco Fagioli
Les Musiciens du Prince – Monaco
Gianluca Capuano – Musikalische Leitung
 
Giovanni Battista Pergolesi
“Stabat Mater” für Sopran, Alt, Streicher und Basso continuo

Bartoli-Fans – und wer wäre das denn nicht? – dürfen sich freuen: “La divina Cecilia” beehrt einmal mehr die Philharmonie Essen. Diesmal glänzt die vielseitige Künstlerin mit strahlender Höhe und übernimmt den Sopranpart in Giovanni Battista Pergolesis “Stabat Mater”. Kaum ein Komponist ließ je zwei Stimmen so betörend schön klagen. In ebenso innigem wie ausdrucksstarkem Zusammenklang besingen sie den Schmerz der Muttergottes zu Füßen ihres gekreuzigten Sohnes. Diese Sternstunde barocker Vokalkunst wird begleitet von Les Musiciens du Prince – Monaco. Cecilia Bartoli selbst hat die Gründung dieses Spitzenorchesters für historische Aufführungspraxis initiiert. “Herausgekommen ist dabei ein phänomenales Originalklang-Ensemble”, jubelte die “Süddeutsche Zeitung”, “mit anbetungswürdigen Solisten.”

Gefördert von der Philharmonie-Stiftung der Sparkasse Essen

 
Bildquelle: © Philharmonie Essen

 


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Edvard Grieg “Lyrische Suite”

Große Orchester

JAN LISIECKI
EDWARD GARDNER
LONDON PHILHARMONIC ORCHESTRA
SCHUMANN KLAVIERKONZERT

 
Jan Lisiecki – Klavier
Edward Gardner – Dirigent
London Philharmonic Orchestra
 
Edvard Grieg
“Lyrische Suite”
Robert Schumann
Konzert a-Moll für Klavier und Orchester, op. 54
Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 43

Gerade einmal zwei Monate als Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra im Amt, kommt Edward Gardner mit seinem neuen Klangkörper nach Essen. Im Gepäck hat er skandinavisches Repertoire, das dem Briten seit 2015 als Leiter der Philharmoniker aus Bergen besonders vertraut ist. Zum einen Griegs “Lyrische Suite”, eine Orchestrierung von vier seiner lyrischen Klavierstücke, welche von sommerlichen Wanderungen in den norwegischen Bergen inspiriert sind. Zum anderen die faszinierende, von melodischem Erfindungsreichtum geprägte zweite Sinfonie des finnischen Nationalkomponisten Jean Sibelius. Schumanns Klavierkonzert bietet dazu kontinentaleuropäische Romantik vom Feinsten, mit eng verzahnten Stimmen von Soloinstrument und Orchester. “Es ist ein bemerkenswertes Werk, das ich unglaublich gerne aufführe”, meint Jan Lisiecki.

Gefördert von der Philharmonie-Stiftung der Sparkasse Essen

 
Bildquelle: © Philharmonie Essen

 


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Vivaldi “Die vier Jahreszeiten”

Große Orchester

ANNE-SOPHIE MUTTER
MUTTER’S VIRTUOSI
VIVALDI “DIE VIER JAHRESZEITEN”

 
Anne-Sophie Mutter – Violine, Leitung
 
Stipendiatinnen und Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung
 
Antonio Vivaldi
Konzert h-Moll für vier Violinen, Streicher und Basso continuo, op. 3 Nr. 10
Unsuk Chin
“Gran Cadenza” für zwei Violinen
Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquintett Nr. 6 Es-Dur, KV 614
Antonio Vivaldi
“Le quattro stagioni” (Die vier Jahreszeiten) – Konzerte für Violine, Streicher und Basso continuo, op. 8 Nr. 1-4

“Ich sehe meine Musiker als Botschafter des guten Willens. Für die Kreativität des Menschen.” Anne-Sophie Mutter ist stolz auf “Mutter’s Virtuosi”. Das Ensemble setzt sich zusammen aus Stipendiatinnen und Stipendiaten ihrer Stiftung, denen sie den Start in das Klassik-Business erleichtern will. Seit 2011 ist die Geigerin mit den “Virtuosi” regelmäßig auf Tournee. Jetzt präsentieren sie mit Vivaldis “Vier Jahreszeiten” eines ihrer Lieblingsstücke. “Mutter reflektiert die Musik vor allem sehr tief, reagiert emotional auf jeden Satz”, urteilt das “Gramophone”-Magazin über ihre Interpretation. Apropos (Vor-)Lieben: Zeitgenössische Musik zählt für Anne-Sophie Mutter von jeher dazu. 2018 hat Unsuk Chin ihr das Duo “Gran Cadenza” auf den Leib geschrieben. Das Streichquintett aus Mozarts letztem Lebensjahr sorgt zudem für heitere, aber auch melancholische Akzente.

 
Veranstalter: Eine Kooperation der Philharmonie Essen mit Pro Arte Konzerte Essen
 
Bildquelle © Philharmonie Essen

 


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