Symphoniekonzert Das Junge Orchester NRW

So
19
Mrz2023

Kategorie:  Sonntagskonzerte

Beginn: 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Stadthalle Ratingen

Schützenstraße 1, 40878 Ratingen

20,- EUR (Schüler*innen & Studierende frei)

Organisation: Wolfram Brecht und Thomas Bothmann

Veranstaltungsnummer 1-22-06

 

Der Kulturkreis Hösel hat das Junge Orchester NRW eingeladen, in der Stadthalle Anton Bruckners 8. Symphonie aufzuführen; ein repräsentatives Werk, das wohl seit langem nicht in Ratingen aufgeführt worden ist.

Der Kulturkreis Hösel wird ansonsten wie übliche Karten für 20.- Euro/Teilnehmer*in (Schüler*innen und Studierende frei) anbieten. Ein Kartenkontingent wird in Zusammenarbeit mit Neanderticket angeboten, die der Kulturkreis gerade mit anderen Konzerten erprobt. Ein kleines Buffet wird dieses außergewöhnliche kulturelle Event abschließen.

 

Das Junge Orchester NRW

besteht bereits seit über 30 Jahren als unabhängiges Ensemble. Rund 100 Schüler*innen, Studierende und junge Berufstätige kommen mehrmals jährlich unter der Leitung des Orchestergründers und Universitätsmusikdirektors Ingo Ernst Reihl zusammen, um gemeinsam auf hohem Niveau zu musizieren.

Gleichberechtigtes Miteinander von Laien- und Profimusiker*innen mit hohem künstlerischem Anspruch ist eines der Markenzeichen des Jungen Orchesters NRW. Zudem untersteht das Orchester keiner Institution. Es fühlt sich als freies Orchester dem Rhein-Ruhr-Gebiet verbunden und ist keiner einzelnen Stadt zugeordnet. Auf diese Weise bewahrt sich Das Junge Orchester NRW umfassende künstlerische Freiheit, die durch das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Mitglieder erst möglich wird.

Zum Aushängeschild des Orchesters ist vor allem das große symphonische Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts geworden, so dass Werke von Meistern wie Gustav Mahler, Johannes Brahms, Pjotr Tschaikowski, Dmitri Schostakowitsch und vielen anderen oft in spannender Zusammensetzung neben selten gehörten Kompositionen erklingen. So stand zum 30-jährigen Jubiläum des Orchesters im Jahr 2015 neben der 9. Symphonie von Beethoven Das trunkene Lied von Oskar Fried auf dem Programm – eine ein Jahrhundert lang vergessene Kantate nach dem Text von Friedrich Nietzsche. Zuletzt erklang Anfang 2018 unter Beteiligung von 140 Musiker*innen, drei Kinderchören und einem eigenen Projekt-Frauenchor Gustav Mahlers 3. Symphonie unter dem Titel Mahler 3.3 zum 33-jährigen Bestehen des Jungen Orchesters NRW.

Joseph Anton Bruckner  wurde am 04. September 1824 in Ansfelden, Oberösterreich geboren und starb am 11. Oktober 1896 in Wien. Er war ein Komponist der Romantik, Organist und Musikpädagoge. Erst spät im Leben von den Zeitgenossen als Komponist gewürdigt, gehörte er doch zu den wichtigsten und innovativsten Tonschöpfern seiner Zeit und hat durch seine Werke bis weit ins 20. Jahrhundert hinein großen Einfluss auf die Musikgeschichte ausgeübt. Seine bedeutendsten und wohl auch bekanntesten Kompositionen sind seine groß angelegten Sinfonien. Auch die Kirchenmusik hat er um wichtige Werke bereichert – unter anderem mit drei großen Messen und dem Te Deum. Als Organist wurde er vor allem für sein Improvisationstalent bewundert.

8.Sinfonie
Diese Symphonie ist die Schöpfung eines Giganten und überragt an geistiger Dimension, an Fruchtbarkeit und Größe alle anderen Symphonien des Meisters. – Hugo Wolf

Nach drei Jahren Arbeit ist es 1887 endlich geschafft: Anton Bruckner vollendet seine achte Sinfonie. Stolze 80 Minuten Musik - die damals längste Sinfonie der Musikgeschichte. Er schickt sie mit den Worten „Möge sie Gnade finden“ an einen befreundeten Dirigenten, welcher das Werk zerreißt. Bruckner überarbeitet seine Sinfonie noch einmal von Grund auf, bevor sie 1892 endlich das erste Mal erklingt. Tiefe Depressionen begleiten den jahrelangen Schaffensprozess und werfen einen düsteren Schatten über die Sinfonie. Bruckner selbst beschreibt das Ende des ersten Satzes sinngemäß als ein Dahinsterben mit Blick auf die Totenuhr.  Aus dieser Düsternis gibt es im gesamten ersten Satz, einem Allegro moderato, kein Entkommen. 

Erst im zweiten Satz kehrt eine versöhnliche Stimmung ein. Anders als bei seinen vorherigen Sinfonien stellt Bruckner das Scherzo vor das Adagio und beschreibt die programmatische Idee mit „Der deutsche Michel träumt ins Land hinaus“. Das sich anschließende hymnische Adagio dauert mit 25 Minuten fast so lang wie eine ganze Mozart-Sinfonie und lädt die Zuhörenden zum Träumen ein. Abgerundet wird das Werk vom fulminanten vierten Satz, dem Finale, in welchem es Bruckner in aller Dramatik gelingt, alle vorangegangenen Hauptthemen aufzugreifen und in eine gewaltige Coda münden zu lassen.       

Mit wenigen motivischen Bausteinen, die er geschickt kombiniert, und mit hochromantischen Harmonien à la Wagner gelingt ihm sein Meisterwerk. Und während der Kritiker bei der Uraufführung die Stirn runzelten, tobte das Publikum vor Begeisterung, sodass der Komponist sich nach jedem einzelnen Satz mehrfach auf der Bühne verbeugte. Ein Triumph, ein Sieg des Lichts über die Dunkelheit – so wird es später heißen. Der größte Erfolg im Leben Anton Bruckners – und selbst sein Kontrahent Johannes Brahms muss zähneknirschend zugeben:

Bruckner ist doch ein großes Genie.

 

 Ingo Ernst Reihl

studierte von 1985 bis 1988 Komposition bei Prof. Wolfgang Hufschmidt an der Folkwang Universität der Künste in Essen. In dieser Zeit gründete er Das Junge Orchester NRW, das er noch heute musikalisch leitet. Seine Dirigierlehrer waren Orlando Zucca, Prof. Hans Jaskulsky und Libor Pešek. Besondere Prägung als Dirigent erfuhr er in Prag bei seinem Lehrer Václav Neumann, dem langjährigen Chefdirigenten der Tschechischen Philharmonie und Präsidenten der Tschechischen Gustav-Mahler-Gesellschaft.

Ingo Ernst Reihl erhielt 1987 den Förderpreis Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr. 1989 gründete er das Orchester und 1991 den Chor der Universität Witten/Herdecke. 1992 dirigierte er erstmals das Staatliche Kammerorchester der Republik Belarus, 1993 bis 1999 und 2001 bis 2004 war er Chefdirigent und künstlerischer Direktor dieses Ensembles. Im Jahr 1993 erhielt er ein Stipendium der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung Herdecke, wurde zum Universitätsmusikdirektor der Universität Witten/Herdecke ernannt und leitet seitdem den Bereich „Künstlerische Praxis“ an der Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale. Reihl wurde 1994 Stipendiat der Herbert von Karajan Stiftung und 1997 Stipendiat der Leonhard-Stinnes-Stiftung. 1999 ernannte ihn das Staatliche Kammerorchester der Republik Belarus zu seinem Ehrendirigenten. Seit Oktober 2001 ist Ingo Ernst Reihl Honorarprofessor für Dirigieren an der Staatlichen Musikakademie Belarus. Zudem leitet er seit 2013 das Universitätsorchester der Technischen Universität Dortmund und unterrichtet dort Dirigieren/Ensembleleitung.

Reihl gehört seit 2014 zum Dirigententeam der Penderecki-Akademie, dem Festivalorchester von musik:landschaft westfalen. Im selben Jahr wurde er Honorarprofessor an der Universität Witten/Herdecke. Er gibt regelmäßig Dirigier-Meisterkurse an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo.

Gefördert von der Kultur- und Altenpflegestiftung der Sparkasse Ratingen

Verbindliche Buchung über 'Anmeldung' (s.u.; diese landet direkt beim Kulturkreis) oder Vorverkauf ist auch gegen eine kleine Gebühr möglich bei M.Tonnaer GmbH, Oberstrasse 2, 40878 Ratingen oder über NeanderTicket.de  

 

Anmeldung

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Anmeldeschluss: 12 Mrz 2023

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Mittagessen im Restaurant „Siamo Qui“



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